Geld verdienen von Zuhause ohne Eigenkapital?

Viele Menschen möchten oder müssen von zuhause aus arbeiten, manche aus familiären und manche aus gesundheitlichen Gründen. Im Zeitalter der unbegrenzten Internetmöglichkeiten scheint das zunächst kein unrealistischer Plan zu sein, doch zu einfach darf man sich das auch nicht vorstellen. Sieht man einmal vom klassischen Homeoffice, angeschlossen an ein konventionelles Unternehmen, ab, bleiben noch einige andere Möglichkeiten. Aufwand, benötigte Fähigkeiten und Gewinnspanne sind dabei sehr unterschiedlich.

online-geldUmfragen

Die sicherlich simpelste Gelegenheit, Geld zu verdienen, bietet sich bei der Beantwortung von Umfragen. Dazu meldet man sich bei einem der vielen Institute an, füllt ein individuelles Profil aus und bekommt in unterschiedlicher Frequenz Befragungen zugeschickt. Die Vergütung richtet sich nach Institut, Länge und Thema der Umfrage, meistens liegt sie zwischen einem und sechs Euro pro Stunde. Dabei ist allerdings zu beachten, dass nur zu Ende geführte Befragungen bezahlt werden, viele jedoch werden abgebrochen, weil man nicht in die gewünschte Zielgruppe passt. Alles in allem lässt sich auf diese Art zwar risikolos Geld verdienen, mehr als eine zweistellige Summe sollte man pro Monat jedoch nicht erwarten. Der Vorteil ist, dass man weder Verpflichtungen eingeht, noch Kosten hat.

Gebraucht verkaufen

Immer beliebter wird die Wiederverwertung gebrauchter Gegenstände und Kleider, ausgelesener Bücher oder ungeliebter Weihnachtsgeschenke. Bei den meisten Plattformen lassen sich Artikel oder entsprechende Kleinanzeigen kostenlos einstellen, so dass kein Risiko besteht, Verluste zu machen. Lediglich eine Verkaufspauschale muss häufig abgegeben werden. Zu bedenken ist allerdings, dass, mit Ausnahme besonders beliebter Produkte wie aktueller Smartphones, oft nur ein Bruchteil des ehemaligen Kaufpreises erzielt werden kann.

Texten

Wer Spaß am Schreiben, Geduld und Kreativität mit einer ausgezeichneten Orthographie verbindet, kann online für Geld Texte verfassen. Auch hier gibt es diverse Anbieter, bei denen man sich zu unterschiedlichen Konditionen anmelden kann. Sie behalten einen Teil der Bezahlung als Provision und bieten dafür ein geregeltes Schreibumfeld und regelmäßig gefüllte Auftragpools. Je nach Fleiß und Qualität kann der Verdienst hier zwischen einigen Euros und einem soliden Nebenjob liegen.

Welchen Stundensatz man dabei erreichen kann, hängt von der Schreibgeschwindigkeit, der Zufriedenheit der Auftraggeber und der Routine bei der Recherche ab. Man sollte sich allerdings darüber bewusst sein, dass hier kontinuierliche, konzentrierte Arbeit geleistet werden muss und die Konkurrenz nicht klein ist. Investiert werden muss also vor allem Zeit und Geduld, für regelmäßige Texter lohnt sich allerdings auch die Anschaffung eines professionellen, kostenpflichtigen Korrekturprogramms.

Bloggen

bloggerAuch hier ist Geduld das A und O. Bis ein Blog tatsächlich Geld abwirft, kann sehr viel Zeit vergehen – und eine Garantie gibt es nicht. Wer nicht auch so Spaß am Bloggen hat, kann hier eine herbe Enttäuschung erleben.

Wichtig ist ein gutes Konzept zu haben und sich daran zu halten. Das können beispielsweise ein Hobby (Computerspiele, Mode) oder eigenes Fachwissen (Gesundheit, Politik, Tagesgeschehen) sein. Hier sollte man allerdings wirklich versiert genug sein, um längerfristig interessante Inhalte bieten zu können. Auch die Regelmäßigkeit ist wichtig, da Leser sich auf die Beiträge verlassen können müssen. Nicht zuletzt ist Durchhaltevermögen und Flexibilität notwendig.

Die Einnahmen generieren sich aus der im Blog veröffentlichten Werbung und sind sehr gering. Bis eine dreistellige Summe erreicht ist, muss die monatliche Besucherzahl konstant bei einigen Tausend liegen – das schaffen nur wenige Blogger auf Dauer. Notwendige Investitionen können, bei ausreichendem Traffic, die Erstellung eines professionellen Designs und die Verwaltung der Daten durch einen Hoster sein.

Unternehmen: Dienstleistung

Wer eine Dienstleistung online anbieten möchte, geht zunächst kein großes Risiko ein. Die Optionen sind vielfältig und orientieren sich nur an den eigenen Kenntnissen. Gute Beispiele für diese Arbeit von zuhause aus sind beispielsweise freie Lektoren und Korrektoren, Onlinenachhilfe oder Homepagegestaltung. Kostenpunkte können bei der Finanzierung eigener Weiterbildungen liegen, ebenso wie Werbemaßnahmen. Schlussendlich ist auch in diesem Fall ein seriöser Auftritt essentiell, deshalb sollte in die Arbeit von Fachleuten investiert werden, wenn es um die Schaffung der eigenen Onlinepräsenz geht.

Unternehmen: Shop

Hier sind das benötigte Eigenkapital und damit auch das Risiko sicherlich am größten. Zwar gibt es auch die Möglichkeit, an ein Franchiseunternehmen angeschlossen zu verkaufen, doch gerade in dieser Branche existieren viele schwarze Schafe. Wenn also diese Alternative gewählt wird, sollte höchstes Augenmerk auf den Abnahmeverpflichtungen sowie auf den übrigen Vertragsbedingungen liegen, insbesondere der Klausel zur Kündigung der Partnerschaft. Im Zweifelsfall ist es sinnvoll, einen Anwalt um Rat zu fragen. Um herauszufinden, wie rentabel ein solches Unternehmen tatsächlich ist, kann auch auf unabhängige Testberichte und Erfahrungsberichte zurückgegriffen werden – allerdings sind in letzterem Falle Fälschungen möglich.

Wer vollkommen selbstständig verkaufen will, muss vorher einen guten Geschäftsplan ausarbeiten, in dem er nicht nur die Ware und den Kundenkreis, sondern eben auch notwendige Investitionen festlegt. Egal ob man etwas Fertiges verkaufen oder etwas selbst herstellen möchte, ein Grundstock an Produkten oder Materialien muss immer zur Verfügung stehen, um bei Bedarf zeitnah liefern zu können. Allerdings muss die richtige Balance gefunden werden, um bei einem Misserfolg nicht zu viel Geld einzubüßen.

Grundsätzlich sind die weniger lukrativen Möglichkeiten auch die überwiegend risikoärmeren. Soll es sich allerdings um einen Vollzeitjob handeln, von dem sich tatsächlich leben lässt, wird man nicht völlig ohne Eigenkapital auskommen.